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Herzogspalast und Hängender Garten
Der Herzogspalast ist eher als architektonisches Palimpsest denn als Bauwerk einer einzigen Epoche zu verstehen. Ein befestigter Kern schützte die frühe Siedlung; aufeinanderfolgende Feudalherren erweiterten ihn jedoch immer wieder und verwandelten ihn in einen Adelssitz. So stehen heute mächtige Mauern neben Renaissancefenstern, eleganten Ecklösungen und einer dreibogigen Loggia, deren Steinornamentik die Front an der Via Castello auflockert.
Umgestaltungen im 16. und 17. Jahrhundert machten aus der Festung ein repräsentatives Wohnhaus. 1630 entstanden unter Maria Cito Moles die Palastkapelle der Verkündigung und der hoch gelegene Garten. Die Kapelle bewahrt ein Verkündigungsaltarbild; der Garten folgt mit geometrischen Beeten und einem geschwungenen Brunnen aus dem 18. Jahrhundert italienischen Vorbildern. Zitrusbäume, Granatäpfel, Palmen und ein von Glyzinien überspannter Mittelweg schaffen über den engen Gassen eine überraschend intime Atmosphäre.
Unter den De Liguoro im 18. Jahrhundert und den Herzögen Paternò in neuerer Zeit wurde weitergebaut; die Zinnen an Teilen des Äußeren sind eine neugotische Ergänzung des frühen 20. Jahrhunderts. Heute beherbergt der Komplex auch das Museum des bäuerlichen Lebens. Vom erhöhten Garten reicht der Blick zur Mutterkirche und zur Andreassäule – ein Panorama, das die adeligen, bürgerlichen und religiösen Wahrzeichen des historischen Presicce verbindet.
Lage